Händel: Messiah Sopron – Einladung

Händel: Messiah Sopron – EinladungWir laden Sie, Ihre Familienangehörigen, Freunde und Kollegen herzlich zu unserem Konzert am 28. Oktober 2017 ein. Bei diesem Konzert wird Händels „Messias“ aufgeführt, unter Mitwirkung der Mitglieder des MICS-Chors aus Kempten, des Liszt Ferenc Symphonieorchesters aus Sopron sowie verschiedener Solisten.

 

Nach dem Auftritt in Kempten wird der MICS-Chor und unser gemischter Chor das Werk zusammen mit anderen ungarischen Orchestern und Solisten auch in Sopron in der evangelischen Kirche aufführen. Nach langwierigen Recherchen und vielen krankheitsbedingten Absagen ist es uns gelungen, großartige Solisten für das Liszt Ferenc Symphonieorchester Sopron zu finden.

Wir hoffen, dass Sie sich beim Konzert wohlfühlen werden! Wir sind schon sehr gespannt darauf.

Eszter Takács, Sekretärin

Wir stellen die Konzertteilnehmer vor

Miklós Szilágyi – Dirigent

Miklós Szilágyi – DirigentEr wurde 1987 geboren, seine musikalische Ausbildung begann er am Musikinstitut an der Dániel Berzsenyi Hochschule (später: Westungarische Universität) in Szombathely, wo er Musiklehrer und Kirchchorleiter mit Alma Mater Auszeichnung wurde. Dann absolvierte er in Debrecen an der Musikkunstfakultät der Debrecziner Universität als Dirigent und Blaskapellmeister mit magna cum laude. Während seines Studiums lernte er von den Komponisten Péter Tóth und später von Barnabás Horváth komponieren.

In seinem letzten Studentenjahr in Szombathely fing er an mit der Konzertblasmusikkapelle der Stadt Kőszeg zu arbeiten, unter deren Leitung er im Jahre 2013 goldene Auszeichnung in der höchsten Kategorie des Landes („D” Kategorie) gewann.
Sein Komponistendasein wird durch kleinere Chor- und Orchesterwerke, sowie einige größere Werke und die bisher komponierten vier Opern vertreten. An der Operntrilogie namens Ostrom Opera fing er an in seinen in Debrecen verbrachten Jahren zu arbeiten. Der erste Teil der Trilogie, die Ostrom Oper – Kőszeg, 1532 – gewann an dem sogenannten „Schlüssel der Zukunft” Opernkompositionswettbewerb beim Bartók+ Internationalen Opernfestival im Jahre 2013 den geteilten ersten Preis. Vier Jahre später wurde dieselbe Oper unter der Leitung des Komponisten in voller Länge vorgeführt. Seine vierte Oper, die den Namen „La Prima Donna” trägt, kam beim selben Wettbewerb im Jahre 2016 erneut in das Finale.

Er bildet sich als Dirigent und Kapellmeister fortlaufend auf verschiedenen fachspezifischen Foren, Meisterkursen. 2015 war er der Juniorforscher des New Europe Research Scholarship Programmes.

Seine musikalische Tätigkeit wurde im Jahre 2016 mit dem Junior Prima-Preis des Komitats Vas ausgezeichnet, daneben erhielt er städtische und bürgermeisterliche Auszeichnungen verschiedener Grade von der Stadt Kőszeg.

Er übernahm die musikalische Leitung des Gemischten Chores Fidelissima im Jahre 2015. In den vergangenen zwei Jahren leitete er den Chor auf mehreren erfolgreichen Konzerten.

Eszter Zemlenyi – Sopran

Eszter Zemlenyi – SopranEszter Zemlényi diplomierte im Jahre 2013 als Oratoriumliedsängerin an der Franz Liszt Universität für Musik als Studentin von Katalin Halmai. Seit 2016 ist ihre Gesangmeisterin Ingrid Kertesi. Sie bekam zahlreiche Anerkennungen, unter anderem gewann sie den Zoltán Kodály Sonderpreis des ersten József Gregor Nationalgesangswettbewerbs. 2016 gewann sie das Annie Fischer Stipendium, sie gewann den Sonderpreis des József Simándy Internationalen Gesangswettbewerbs, den ersten Preis des Emil Petrovics Gesangswettbewerbs. 2017 erwarb sie den dritten Platz auf dem Klaudia Taev Internationalen Gesangswetbewerb in Estland und den zweiten Platz auf dem Virginia Zeani Gesangswettbewerb in Marosvásárhely.

Seit 2008 tritt sie regelmäßig auf heimischen Oper- und Oratoriumaufführungen auf. Sie wirkte unter anderem mit dem Budapester Festivalorchester, dem Orfeo Orchester, den MÁV Symphonikern, dem Concerto Budapest, und dem Mendelssohn Kammerorchester. Sie debütierte auch auf dem Budapester Frühlingfestival, den Eszterházer Festtagen und dem Zempléner Festival. Sie singt regelmäßig zeitgenössischen Musik in Ungarn, aber auch auf ihren Konzertreisen in Sweden und Siebenbürgen popularisierte sie die zeitgenössische ungarische Musik.

Neben dem Oratoriumliedgesang nahm sie die Rollen von Opern und Singspielen auch an: nach Blonde (Die Entführung aus dem Serail), Pamina (Die Zauberflöte), Nannetta (Falstaff), Mária Lujza (Háry János) und Bastienne (Bastien und Bastienne) durfte sie als Damigella (in der Krönung von Poppea) im MüPa debütieren.

In der ungarischen Staatsoper stellte sie sich erstmals 2016 in der Rolle von Blonde vor, dann stand sie in der Oper von Gryllus Samu namens Két nő (Die zwei Frauen) in der Rolle von Schuschanka auf de Bühne.
In der Saison 2017/18 gibt sie neben zahlreichen Aufträgen mehrere Konzerte mit den Ensembles des ungarischen Rundfunkes, den Nationalfilharmonikern, den Pannon Filharmonikern, im Müpa stellt sie Belinda dar und in Miskolc debütiert sie als Papagena.

Eszter Puskás – Alt

Eszter Puskás – AltSie wurde in Budapest geboren, während der Grundschule begann sie im Kinderchor des Ungarischen Rundfunks zu singen, dann maturierte sie in der Ungarischen Zoltán Kodály Chorschule. Ihre Kammergesangslaufbahn begann auch zu dieser Zeit, in dem damals frisch gegründeten Dowland und später im Discantus Gesangsverein. Sie absolvierte an der Fakultät für Gesang – Musik – Chorleitung der ELTE Universität. Dann erwarb sie ihr Diplom in Privatgesang an dem Béla Bartók Musikkunstinstitut der Miskolcer Universität. Sie singt seit 1998 in dem Gesangensemble CantuS CorvinuS. Seit 1997 ist sie Mitglied des Purcell Chores. Sie nahm an den Meisterkursen von István Gáti, Júlia Hamari und Walter C. Moore teil. Sie gewann 1996 und 1999 den Zoltán Kodály Sonderpreis und den ersten Preis des Nationalgesangswettbewerbs Jenő Ádám.

Als berufseinsteigende Sängerin gewann sie zwischen 2004-2006 das Annie Fischer Stipendium. Zurzeit singt sie im Nationalchor, wo sie ab und an als Solistin auftritt. Als Mitglied des Aladár Tóth Opernstudio hat sie in mehreren Opern Mezzo Rollen gespielt. Ihre sichere Stilkenntnis macht sie in der Interpretation fast aller Musikrichtungen überzeugend. Ihre volle, helle, warmtönige Stimme entfaltet sich in erster Linie doch in den Werken der barocken Meister. Obwohl sie eher als Solistin oratorischer Werke bekannt ist, singt sie auch zeitgenössische Werke. Sie arbeitete als Solistin u.a. mit Mátyás Antal, György Vashegyi, Zsolt Hamar, Gergely Ménesi, Tamás Pál, sowie mit den MÁV Symphonikern, den Arcangelo- und Musica Profana Kammerorchestern.

László Kálmán – Tenor

László Kálmán – TenorEr wurde 1975 in Budapest geboren. 2001 diplomierte er an der Ferenc Liszt Musikhochschule als Musiklehrer und Chorleiter. Seit 2002 ist er ein Schüler von der Musiklehrerin Éva Lax. Er sang von 2002 bis 2008 im Ungarischen Armeechor. Seit 2008 ist er Mitglied im Nationalchor, sowie mitwirkender Chormitglied und Solist im Purcell Chor, der von György Vashegyi gegründet wurde und geleitet ist. In seinem Repertoire sind vor allem Haydn-, Mozart-Messen, Oratorien und Bach-Kantaten zu finden. Er trat als Solist in zahlreichen größeren Werken auf, wie z.B. in der h-Moll Messe von Bach, sowie als Evangelist in der Johannes- und Matthias-Passion.

Neben den oratorischen Werken steht ihm die Welt der Oper auch nah. Man konnte ihn in Haydns „Die enttäuschte Untreue“ als Filippo (2011 Miskolcer Opernfestival), und Mozarts La Clemenza di Tito“ als Titus (2014 MÜPA) sehen.
Er wirkt bei der Vorstellung von zeitgenössischen Werken auch gerne mit, wir konnten ihn u.a. in György Selmeczi: Sirene, Levente Gyöngyösi: Sonnenhymne, Lukas-Passion, Weihnachtsoratorium hören.

Zoltán Kocsis-Holper – Bass

Zoltán Kocsis-Holper – BassEr wurde 1982 in Sopron geboren. Dirigent, Solist und Musiklehrer. Künstlerischer Leiter von Kórus Spontánusz, Sänger und Stellvertreter vom Chefdirigent beim nationaler Chor. Mitglied beim Verein der ungarischen Chöre, Kapellen und Volksmusikensemblen, Doktorand bei der Musikakademie.

Sein Musiklehrer- und Dirigentdiplom hat er auf der Musikakademie in Budapest erworben (2004–2009), wo seine Lehrer Csaba Kutnyánszky, Péter Erdei und István Párkai waren. Sein Solistdiplom hat er auf der Széchenyi István Universität in Györ in der Klasse von Magdolna Szabó erworben (2014-2015).

Sein wissen hat er in verschiededen Kursen erweitert, unter anderem unter der Leitung von Jos van Veldhoven und Michael Gläser (Chorleitung – 2011), Peter Kooij (Gesang – 2014) und Gábor Hollerung (Orchesterfirigent – 2016, 2017).
Seit 2015 hält er einen Dirigent – Meisterkurs in Sopron mit Kórus Spontánusz, unter dem Namen AVIZÓ. Im Mittelpunkt dieser Kurs stehen die technische, praktische und personen bezogene Aspekte der Chorleitung. Am Ende beweisen die Bewerber in einem Abschlusskonzert ihr Wissen.

In 2017 wurde er von der Ungarischen Kulturinstitut in Peking eingeladen, in dessen Rahmen er einen dreitägigen Kurs in Lanzhou und Peking in China abgehalten hat. Die Themen der Kurs waren die Kodály-Methoden und deren praktische Umsetzung.

Munich International Choral Society (MICS)

Munich International Choral Society (MICS)Gegründet 1982 als German-American Choral Society, steht für die Munich International Choral Society von Beginn an bis heute die internationale Verständigung, der interkulturelle Austausch und soziales Engagement im Mittelpunkt.

Sie sind eine bunte Mischung von ca. 45 Menschen verschiedener Nationalitäten und vielfältiger Interessen – eine Gruppe, die mit Spaß und Leidenschaft miteinander singt.
Sie singen ein buntes, ausgeprägt internationales Repertoire verschiedener Epochen und Stilrichtungen. Die Konzertprogramme verbinden häufig Meisterwerke der Chorliteratur mit weniger bekannten, jedoch besonders hörenswerten Kompositionen.

Sie legen besonderen Wert auf ihre stimmliche und musikalische Fortbildung. Stimmproben, intensive Probenwochenenden und die Arbeit in Kleingruppen tragen zur klanglichen Flexibilität und Vielfalt bei.

Die Chorleiterin, Mary Ellen Kitchens wurde in Houston, Texas geboren. Sie begann in frühen Jahren bereits mit dem Klavier- und Cellounterricht. Nach dem Schulabschluss in New York studierte sie an der Yale University (USA) und absolvierte ein Austauschjahr in Paris (École Normale de la Musique, Sorbonne).

1980 wechselte sie nach München und legte an der Ludwig-Maximilians-Universität ihren M.A. im Hauptfach Musikwissenschaft ab. Dirigierkurse besuchte sie bei Rodney Wynkoop (Yale), Pierre Dervaux (Paris), Sergiù Celibidache (München) und Julius Kalmar (Wien).

Von 1984 bis 1991 leitete Mary Ellen Kitchens das von ihr gegründete Haydn Orchester in München, seit 1991 steht sie dem Orchesterverein Kempten/Allgäu vor. Im selben Jahr begann sie ihre Tätigkeit im Audioarchiv des Bayerischen Rundfunks, das sie seit Januar 2004 hauptberuflich leitet. Sie hat seit 1986 die musikalische Leitung der Munich International Choral Society.

Die Soproner Liszt Ferenc Symphoniker

Die Soproner Liszt Ferenc SymphonikerDer Ödenburger Musikverein wurde im Jahr 1829 von Ferenc Kurzweil – Dirigent von Szent Mihály Kirche – in Sopron gegründet.

Es kam schon früher zu gelegentlicher Zusammenarbeit für groß angelegte Musikveranstaltungen, wie z.B. Aufführungen von Oratorien von Haydn, aber seit der Gründung des Musikvereins konnte man wirklich von einem organisierten Musikunterricht, und vom regelmäßigen bürgerlichen Konzertleben reden.

Das Orchester des Ödenburger Musikvereins wurde im Jahr 1929 – zum Anlass des 100. Jubiläums – auf Soproner Liszt Ferenc Symphoniker umbenannt. An den Jubiläumsfeiern, wo unter anderem auch Psalmus Hungaricus von Kodály aufgeführt wurde, waren Bartók und Dohnányi auch persönlich anwesend. Erst nach dem II. Weltkrieg hat Sopron durch den National Philharmonikern in Kreislauf des nationalen Musiklebens eingestimmt. In den abonnierten Konzerten und an den Musikfestivalen in Sopron sind die bedeutendsten Virtuosen dieser Epoche (wie Annie Fischer, Ede Zathureczky, Sándor Végh, György Cziffra, später Zoltán Kocsis, Dezső Ránki, Jenő Jandó, Miklós Perényi) regelmäßig aufgetreten, meistens mit der Begleitung des Soproner Orchesters.

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden in der Region immer mehr Orchester professionell geworden, aber das Soproner hat seinen amateuer Status beibehalten, so spielen im Orchester Soproner Liszt Ferenc Symphoniker professionelle Musiker mit Musiklehrern und in Musik erfahrenen Kunstliebhabern zusammen.

In den letzten Jahren haben sie das Glück und die Ehre gehabt, die Werke von Jenö Takács, József Soproni, oder von dem vor kurzen verstorbenen Sándor Szokolay – die alle Komponisten von Sopron oder von der Umgebung sind – in ihren Konzerten spielen zu dürfen.

 

 

Über den Autor und das Stück

Georg Friedrich HändelGeorg Friedrich Händel kam im Jahre 1685, im gleichen Jahr wie Johann Sebastian Bach und Domenico Scarlatti auf die Welt. Händels Vater, der Hofchirurg Georg Händel, stand den frühen musikalischen Ambitionen seines Sohnes ausgesprochen kritisch gegenüber und fasste stattdessen eine juristische Karriere für Georg Friedrich ins Auge. Widerwillig hatte der Vater sich 1683 von seinem Dienstherrn, dem Herzog von Sachsen-Weißenfels dazu bewegen lassen, seinen talentierten Sohn eine Musikausbildung zukommen zu lassen. Er hatte immer mehr Interesse an Opern und mit 18 Jahren zog er nach Hamburg, wo er als Konzertmeister am Opernhaus arbeitete. In Hamburg entstand auch seine erste Oper („Almira”, 1705), der weitere Bühnenwerke folgten. 1706 erfüllte sich Händel den Traum vieler Kulturschaffenden seiner Zeit und begann eine vierjährige Italien-Reise, die ihn unter anderem nach Florenz, Neapel und Rom führte. Für kurze Zeit kehrte er nach Deutschland zurück, aber 1712 siedelte er sich in London an. Händel arbeitete 30 Jahre lang als Komponist und Unternehmer in London.
In diesem Zeitraum bekam er nicht nur von Erfolg, sondern erlebte er auch den Krach, die verschiedenen Intrigen und Launen von Primadonnen und Kastraten. Jedoch war die Beurteilung der von Händel unterstützten italienischen Oper sehr ambivalent, da das Publikum sowohl von wunderschönen Arien, als auch von den berühmten Opernparodien sehr begeistert war. Händel blieb der widersprüchlichen Gattung treu, obwohl er seine Oratorien, wie „Saul“, „Esther“, oder „Israel in Ägypten“ mit großem Erfolg uraufgeführt hatte.

Im Jahre 1741 stellte er zwei Opern vor, beide schwer gescheitert. Nachher wurde ihm klar, dass er auf eine einzige Sache verzichten muss: auf die Bühne. Nach dem Scheitern von seinen Opern hat aus der Beauftragung vom Prinz von Devonshire einen neuen Schwung bekommen. Es handelte sich um eine Benefiz-Konzertreihe in Dublin. So wurde in August – September 1741 innerhalb von einem Monat sein Werk Messiah fertig, das Händel nach Dublin mit sich genommen hat. Nach den Erfolgen in Dublin und später in London wurde die Aufführung des Werks in London zu Tradition; Händel selbst dirigierte es jährlich, um die Einnahmen für ein Waisenhaus zu spenden.
Im Gegensatz zu der allgemeinen Meinung ist Messiah weder eine Weihnachtsgeschichte noch eine Passion, das Werk hat sogar mit der Liturgie nichts zu tun. Es knüpft sich am besten an Anthem, das eine in der anglikanischen Kirche verwendete Chor-Kantate ist – das ist der Grund dafür, dass es so viele Chorsätze beinhaltet. Es weist keine Handlung auf, sein Text besteht hauptsächlich aus Prophezeiungen und Reflexionen aus der Bibel. Mit den Worten von Tibor Tillián: „Nach dem Text von Messiah ist es nichts Anderes, als ein mit weiten Worten und in vielen Lichtbrechungen vorgetragenes Bekenntnis; eine Passion, aus der die Handlungsmomente komplett fehlen, oder nur im Abglanz vorhanden sind.
Das Oratorium setzt sich aus zwei längeren Teilen und einem kürzeren Teil zusammen. Die ersten zwei Teile lassen sich weiter in drei-drei Einheiten teilen, während der dritte Teil ein gewisser lyrischer Epilog ist.
Der erste Teil sagt die Geburt von dem Erlöser voraus, später erzählt er sie auch mit Hilfe der Vorladung von der klassischen biblischen Geschichte, danach wird alles erzählt, was das Kommen Christi der ganzen Welt gegeben hat. Der zweite Teil ruft die Passion auf, den Tod und Auferstehung von Jesus, und am Ende das Angesicht von Christi: „Halleluja! Denn Gott der Herr, der Allmächtige, herrscht. Das Königreich dieser Welt ist geworden das Königreich unseres Herrn und seines Gesalbten; und er wird herrschen für immer und ewig König der Könige und Herr der Herren. Halleluja!“ Der dritte Teil handelt sich nicht um das Lob von der Auferstehung, sondern ist eine Reflexion über die Wiederkunft Christi. Obwohl die Erlösung erwähnt wird, singt der Bass-Solist über das Jüngste Gericht, auch der letzte Satz erwähnt das Lamm von Gott, das am Thron der Welt für ewig sitzt.
Vo Messiah ist keine fertige Version zurückgeblieben. Der Grund dafür ist, dass sich Händel – wie seine Zeitgenossen – pragmatisch zu seiner Musik gestellt hat und er sie immer an den Bedarf der Aufführungen angepasst und umgeschrieben hat. Dieser Fakt wird auch dadurch untermauert, dass es die Vortragenden der Zeiten zwischen Händel und unserer Zeit für nötig gehalten haben, das Werk umzuschreiben und zu modernisieren. Dies resultierte oft die Aufstockung des ursprünglichen Apparates (ein Orchester mit ca. 30 und ein Chor mit ca. 25 Personen) auf ein Vielfaches. Seit der Mitte des 20ten Jahrhunderts widerspiegelten die neu ausgegebenen Noten die ursprünglichen musikalischen Ideen. Trotzdem reicht es nicht für uns Interpreten nur die Geschichte des Werkes zu kennen, sondern wir sollen uns auch tiefer darin eintauchen und uns auf eigene Kenntnisse und Erfahrungen verlassen. So wird die Aufführung von diesem Oratorium und auch von den aus dieser Zeit stammenden Musikstücken immer individuell, immer aktuell, unser bestes Wissen widerspiegelnd.

Szabolcsi Bence – Tóth Aladár: Zenei lexikon II. (G–N). Főszerk. Bartha Dénes. Átd. kiadás. Zeneműkiadó, Budapest, 1965.
John Stanley: Klasszikus zene. Kossuth Kiadó, Budapest, 2006.
A hét zeneműve 1979/2. Szerk.: Kroó György; 58. o.
Tallián Tibor: Messiás. Zeneműkiadó, Budapest, 1979.
Romain Rolland: Händel. Gondolat Kiadó, Budapest, 1965.
John Eliot Gardiner: Händel: Messiás (Hanglemez kísérőfüzet), Hungaroton, Budapest, 1983.